Die Hintergründe von Lernproblemen

Die Anzahl der schlechten Noten im Zeugnis der Schüler weist eine steigende Tendenz auf und die Statistiken zeigen, dass jährlich mehr Geld für Nachhilfeunterricht ausgegeben wird.

 

Die heutige Schülergeneration ist nicht dümmer als die ihrer Eltern und Großeltern,  was auch Ergebnisse der Lernforschung bestätigen. Die Ursache für die zunehmenden Lernschwierigkeiten liegt in anderen Bereichen. Bewegungsmangel ist einer davon.

 

Im Vergleich zu früheren Generationen bewegen sich unsere Kinder weit weniger. Hat mein Jahrgang (1963) noch auf der Straße oder auf unverbauten Grünflächen „Fangen“, „Blinde Kuh“ oder „Ball an die Wand“ gespielt, so sieht man heute auch im Freien immer mehr Kinder mit elektronischen Spielsachen. Zu Hause haben Fernseher, Computer und Computerspiele eine Vormachtstellung und es ist faszinierend, wie viele Stunden Kinder nahezu bewegungslos vor dem Bildschirm sitzen können.

 

Diese Art der Freizeitgestaltung hat bei einigen schon sehr früh eingesetzt und altersgemäßes Spielverhalten verdrängt, wie es das Spielen mit Bauklötzen und Legosteinen darstellt. Die Eroberung des dreidimensionalen Raumes ist jedoch eine Voraussetzung für die Arbeit im zweidimensionalen Raum, wo Lernen vorwiegend stattfindet.

 

Mit dieser Tendenz im Freizeitverhalten bleibt die Entwicklung von so mancher Teilleistungsfähigkeit auf der Strecke. Zum Teil sind dies aber Fähigkeiten, die eine wichtige Voraussetzung sind für das Durchführen von Lernprozessen.

 

Hier sollen die Voraussetzungen vorgestellt werden die notwendig sind, damit Lernprozesse effizient ablaufen können. Denn erst wenn man weiß, was vorhanden sein muss, kann man feststellen, was fehlt.

 

Damit aus der großen Anzahl von Möglichkeiten die jeweils effizientesten ausgewählt werden können, beschäftigen wir uns zuerst mit den Ursachen von Lernstörungen und Lernschwierigkeiten. Hier eröffnet uns die Kinesiologie völlig neue Aspekte, die uns zu einem tieferen Verständnis der Lernproblematik führen. 

Lernen ist ein Prozess, der auf der Zusammenarbeit von unterschiedlichen sensomotorischen Systemen aufbaut. Am Beispiel der obigen Grafik: hat ein Kind all diese genannten „Teilleistungssysteme“ gut zu seiner Verfügung, dann fällt es ihm leicht, die „Leistung“, in diesem Fall das Lesen, zu erbringen. Ganz anders sieht das bei einem Kind aus, das etwa kein gutes Gleichgewicht hat, eine schlechte Hand-Augen Koordination und dessen Augen beim horizontalen Bewegen (eye tracking) springen. Man kann diese Teilleistungssysteme auch als Lernwerkzeuge bezeichnen. Sind die geeigneten Werkzeuge nicht vorhanden, fällt es trotz Bemühens sehr schwer, ein gutes „Werk zu erzeugen“.

  

Quelle: Die Texte des Kapitels Conexia basieren auf einem Konzept von Brigitte Haberda „Fit in der Schule“, ISBN: 3-935767-64-1;  „Knack die Nuss beim Lesen und Schreiben“, ISBN: 3-7004-3726-9; „Rechnen – kein Hexerei“, ISBN: 3-932098-40-4

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